Donnerstag, 17. Juli 2014

Heute schon einen Rezensenten geohrfeigt?

Hallo zusammen,

es ist mal wieder Zeit für einen kleinen Blogbeitrag von mir, weil ich es langsam aber sicher wirklich leid bin.

Es gibt diese wunderbare Einrichtung der Rezensionen und ich persönlich freue mich über jede davon, wobei mir vollkommen egal ist, welche Anzahl von Sternen daneben prangt.

Ich bin JEDEM Rezensenten und JEDER Rezensentin auf einer gewissen Verkaufsplattform mit dem großen A sehr dankbar dafür, dass er/sie seine/ihre Eindrücke mit den zukünftigen Käufern oder Nichtkäufern teilt und ihnen hilft, sich für oder gegen einen Kauf eines meiner Bücher zu entscheiden. Selbiges gilt übrigens auch für ALLE anderen Rezensionen von allen anderen Geschichten meiner zahlreichen Mitautor*innen!

Wir alle, die wir uns Autor*innen nennen, benötigen Menschen, die anderen ihre Leseeindrücke vermitteln, die bei Kaufentscheidungen helfen, die einfach mal das Ego streicheln oder uns auf Missstände/Lücken/Fehler und Unklarheiten in unseren Geschichten hinweisen.

Es gibt nur sehr wenige Menschen, die sich noch so weit in die Öffentlichkeit wagen, dass sie uns (pauschal für Autor*innen aller Genres) Rezensionen schenken.

Da leuchtet es sicherlich jedem ein, dass ebendiese Menschen möglichst fair und womöglich neutral behandelt werden sollten.

Beim oben erwähnten großen A ist es nun aber möglich, dem Rezensenten – ganz nach Gladiatorenspielen – einen Daumen rauf oder runter zu geben.

Das kann jeder schön erkennen, wenn an einer Rezension steht: 0 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Es bedeutet, dass zwei unterschiedliche Accounts, die beim großen A eingetragen sind, sich die Mühe gemacht haben, diesem für uns alle so wichtigen Rezensenten, eine Ohrfeige für sein doch sehr freundliches Verhalten zu geben.

DENN

Das große A arbeitet bei der Glaubwürdigkeit und der Verlässlichkeit eines jeden einzelnen Rezensenten mit dem prozentualen Verhältnis von „hilfreich“-Klicks zu „nicht hilfreich“-Klicks.
Dieser Prozentsatz ist im jeweiligen Profil des Rezensenten nachlesbar.

Was das bedeutet?

Ganz einfach:

Die wenigen Menschen, die bisher Zeit, Mühe und Aufwand investieren, um uns Autor*innen den Respekt eines Feedbacks zu zollen, verlieren öffentlich an Glaubwürdigkeit.

Sie bekommen, um es mal auf Hochdeutsch zu sagen, von irgendwem kräftige Arschtritte für das, was sie leisten.

Ist das fair?

Kaum.

Das Ganze wirft natürlich die Frage auf: „Wer macht so was denn?!“
Und die Antwort bietet mehrerlei Möglichkeiten.

1.   Autor*innen, die einfach blöd finden, dass ihre Mitstreiter so gute (oder überhaupt welche) Rezensionen bekommen.
2.   Fans von Autor*innen, die ihren privaten ‚Star‘ in ‚Gefahr‘ sehen und andere Mitbewerber herabwürdigen wollen, ohne selbst schlechte Rezensionen bei demjenigen zu hinterlassen.
3.   Gelangweilte Rezensenten, die gern den Status ‚Top-Rezensent‘ hätten, und andere Rezensenten herabwürdigen müssen.

Ich persönlich habe keinen blassen Schimmer, welcher Fraktion diese „nicht hilfreich“-Klicker nun tatsächlich angehören, aber ich weiß, welche Wirkung das langfristig haben wird.

Ad 1.: Es werden insgesamt immer mehr Rezensenten gefrustet sein, keine Besprechungen mehr hinterlassen und schlicht aufgeben.

Huch, das passt zu allen 3 Möglichkeiten!

Wobei ich ehrlich gesagt davon ausgehe, dass es auf jener Plattform keinen ‚Krieg der Rezensent*innen‘ gibt.

Und was bedeutet das nun?

Tja, hier kann jeder einmal ganz kurz selbst nachdenken und vor sich hin nicken.

Stimmt!

Wer auch immer da wild auf den „nicht hilfreich“-Button klickt, schießt ALLEN Autor*innen, ALLEN Rezensent*innen und JEDEM potentiellen Käufer über das große A so richtig ins Knie.

Gehe ich jetzt einmal davon aus, dass alle Autor*innen das selbst wissen und den Teufel tun werden, bei fremden Rezensionen jenen unsäglichen Button anzuklicken, so bleibt eine sehr wahrscheinlich so handelnde Gruppe von Fans übrig, die sich ihres Handelns NICHT bewusst zu sein scheint.

Fazit?

Fans schaden, auch wenn sie ‚ihren Stars‘ helfen wollen, ebenjenen genauso gut wie den ‚Feinden‘ – wer auch immer das sein mag.

Ist das wirklich so gewollt?

Falls ja, tut es mir wirklich und ehrlich leid für jene Autor*innen, die SOLCHE Fans haben. :(


Liebe Grüße Euer Nat

P.S.: Bitte denkt Euch bei jedem auf Geschlechter aufgliederbaren Wort die weibliche Form dazu – ich bekenne, ich war faul. ;)