Donnerstag, 12. März 2015

[Wissen] Wie schreibe ich eine Rezension?

(C) Gerry Stratmann


Hallo zusammen,

heute gibt es den neulich angekündigten Artikel zum Thema ‚Wie schreibe ich eine Rezension?‘

Vorweg möchte ich Folgendes loswerden:
Mein Artikel, dessen Reihenfolge, die Inhalte und Maßstäbe sind nicht zwangsläufig allgemeingültig und ganz sicher nicht dogmatisch.


Definition ‚Rezension‘
Ich werde im Folgenden natürlich die Buchrezension behandeln.

Eine Rezension ist per Definition eine Musterung.
Der eine oder andere weiß, was das bedeutet, ich will aber gern an dieser Stelle einen Auszug aus der Wikipedia zitieren:

Eine Rezension (lat. recensio, Musterung‘) oder auch Besprechung (zuweilen auch im deutschen Sprachraum anglisiert zu Review) ist in der Regel eine in Printmedien schriftlich niedergelegte […] Form einer Kritik, die einen bestimmten Gegenstand eines abgegrenzten Themenfeldes behandelt.

Es handelt sich hierbei also um eine, anhand von gängigen Leitlinien, Geschmäckern und Sichtweisen belegte, Meinung zu einem bestimmten Medium. In diesem Fall um ein Buch oder E-Book.

!!! Eine Rezension, so nett, schrecklich oder wie-auch-immer sie sein mag, ist NIE für den Autor des jeweiligen Textes, sondern für andere LeserInnen verfasst!!!

Nun wisst Ihr also, was in der Theorie hinter einer Buchbesprechung steckt, aber wie sieht es mit der Praxis aus?

Zunächst einmal, das Besprechen von Texten kann man lernen.
Es ist kein von wem auch immer gegebenes Talent, man muss sprachlich kein Genie sein, benötigt keinen übergroßen Wortschatz und kann, sofern man mag, sogar jeglicher stilistischer Finesse entsagen.
Unter stilistischen Finessen verstehe ich Ironie, Spott (Sarkasmus) oder auch alles andere, was missverständlich aufgefasst werden könnte.
Schachtelsätze, doppelte Verneinungen und Über- sowie Untertreibungen sind ebenfalls nicht gut dazu geeignet, einem späteren Leser Eurer Rezension als Hilfe zu dienen.

Somit steht schon einmal fest:
Eine Buchbesprechung soll klar und deutlich sein.

Klingt doch gar nicht so schrecklich schwer, oder?

„Ich sage einfach, ob es mir gefallen hat oder nicht, und alle sind zufrieden.“
Hm, leider ist es nicht ganz so einfach.

Aber der Reihe nach …

Bevor wir nun ins kalte Wasser springen, ein paar wichtige Dinge, die Du beim Schreiben einer Rezension niemals vergessen darfst:

- Eine Rezension ist stets ausschließlich auf den einen, gerade vor Dir liegenden Text bezogen.
- Nicht der Autor und seine Person sind Gegenstand der Rezension.
- Eine Rezension sollte ehrlich sein, denn Du stehst mit Deinem Namen/Nicknamen für Deine Meinung ein.
- Eine Rezension sollte höflich formuliert sein.
- Eine Rezension dient NICHT dazu, einem Autor einen Gefallen zu tun.
- Eine Rezension verkörpert DEINE Meinung und beruht inhaltlich immer auf Deinen ganz privaten Empfindungen.

Behalte das immer im Hinterkopf, dann kann sich niemand von Deiner Meinung beleidigt oder beschimpft fühlen.

Es gibt ein paar grundlegende Fragen, die jeder für sich selbst beantworten muss.
a)    Wo liegt mein Hauptaugenmerk beim vorliegenden Text?
b)   Wieso will ich eine Besprechung dazu schreiben?

Zu a): Wenn man ein Buch liest, so tut man dies auf seine ganz eigene Art. Jeder hat dabei andere Präferenzen.
Den Einen stören Satzzeichenfehler, den Nächsten kann nicht einmal die schrecklichste Grammatik davon abhalten, mit den Protagonisten bis zum Ende mitzufiebern.
Mache Dir also klar, welche Aspekte für dich in Bezug auf Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik wichtig sind.
Sind sie Dir egal, ersparst Du Dir eine Menge Stress und geschmälertes Lesevergnügen (und ich werde auf ewig neidisch sein, denn ich für meinen Teil kann über Mängel der genannten Art nicht hinwegsehen.

Es gibt neben den knallharten Fakten, denn genau das sind die Regeln der Rechtschreibung/Grammatik/Zeichensetzung, auch eine Menge anderer Punkte, die eventuell wichtig für Dich und Dein Lesevergnügen sind.

Wortwahl, Wortwiederholungen, Satzbau, Ausdruck, Größe des genutzten Wortschatzes und die Verwendung von Sprachbildern stellen hier eine sehr große Gruppe von Aspekten, die für den einen oder anderen Leser ebenfalls sehr wichtig sein können.

Begriffserklärungen und ausführliche Beispiele hierzu werde ich im Verlauf noch geben.

Zu b): Was will ich mit der Rezension erreichen? Will ich andere Leser auf dieses Werk aufmerksam machen? Schreibe ich einfach gern Rezensionen für die Bücher, die ich gelesen habe? Will ich dem Autor einen Gefallen tun?
Es gibt so viele Gründe, aus denen man eine Besprechung für andere sichtbar machen wollen könnte. Überlege es Dir selbst und sei ehrlich.

Auch hierzu später mehr.

Wenn Du Dir diese Fragen nun beantwortet hast, stehen plötzlich ganz viele andere im Raum. Neben den erwähnten Begriffen natürlich auch die Frage nach dem ‚Wie?!‘

Ich erwähnte es bereits, auch ich habe das Rezensieren nicht mit der Muttermilch aufgesogen, sondern (hart) erlernt.

Ein gewisses Sprachgefühl kann hier einiges erleichtern, ist aber letztlich nicht entscheidend.

Gelernt habe ich das Besprechen von Texten auf einer Internetseite, die meiner Meinung nach zu Unrecht immer wieder mit Seiten wie Bookrix, Fanfiktion, bxb, animexx und Co in einen Topf geworfen wird:
Dort findet man auch einen sehr schönen Leitfaden zu dem hier besprochenen Thema, den ich gern am Ende noch verlinken werde.

Meiner sieht naturgemäß nicht wahnsinnig anders aus, aber ich will gern deutlicher werden und mehr ins Detail gehen.

Schaffen wir uns nun also ein Grundgerüst, an welchem wir uns entlanghangeln können, um zu sehen, welche Aspekte nun wirklich in unsere ganz private Besprechung gehören.

Ich unterteile heute alles ganz grob in 7 Kategorien.

1.   Handlung
2.   Charaktere
3.   Erzählweise
4.   Stil
5.   Logik
6.   Rechtschreibung/Grammatik/Zeichensetzung
7.   Zusammenfassung und alles bisher Ungesagte

Ich werde nun erst einmal zu jedem Aspekt ausführliche Hinweise geben, die Dir beim Ordnen Deiner Gedanken, beim Festlegen Deiner persönlichen Präferenzen helfen sollen.
Nicht alles wird für Dich passend sein, aber vielleicht ist auch etwas Unpassendes letztlich ein Hinweis für Dich.

Also sind wir ein weiteres Mal in der absoluten Theorie angelangt, und Du erkennst, dass eine Rezension keine schnell dahingeschmierte Lobhudelei und auch kein haltloser Angriff ist, sondern ernste, teilweise sogar harte Arbeit.

Zu 1.:
Die Handlung eines Textes ist das, was die meisten an einen Text fesselt, den Leser eintauchen und mitfiebern lässt.
Hier halte ich einen wirklich SEHR kurzen Abriss des Geschehens für angebracht, der die Gesamtsituation und deren Wirkung auf Dich zeigt.
Bitte keine Inhaltsangabe und wenn es geht, auch keine verräterischen Paarungen oder Namen nennen.
Es ist wichtig, dass ein Leser, der dieses Buch noch nicht gelesen oder gekauft hat, nicht von vornherein abgeschreckt oder aufgeklärt wird, damit er seinen Lesespaß auch wirklich auskosten kann.
Niemand will in einer zufällig überflogenen Rezension das Ende eines Buches verraten bekommen, oder?
Also achte an dieser Stelle darauf, möglichst schwammig zu umschreiben.

Hey, das widerspricht aber dem ‚eine Rezension muss klar und deutlich sein‘!
Nein, tut es nicht, denn klar und deutlich darfst und sollst Du hier sagen, welchen Einfluss die Handlung auf Dich ganz persönlich hat.

Zu 2.:
Die Charaktere in dem vorliegenden Text sind zumeist mehr als nur das Hauptpaar, und sollten hier alle mehr oder minder deutlich angerissen werden. Hier darfst Du Namen nennen, Berufe zuordnen oder Dich ganz anders ausdrücken.
Vor allem darfst Du hier sagen, ob Dir die Protagonisten echt vorkommen, ob sie ihrer Beschreibung entsprechend agieren und reagieren, ob sie glaubwürdig sind.
Dazu benötigt es nicht unbedingt körperlicher Beschreibungen, denn gut geschriebene Charaktere zeigen dem Leser ihr Wesen durch ihre Handlungen. Reagiert ein Protagonist also plötzlich in Deinen Augen grundlos anders, als Du es den vorhergegangenen Aktionen entnommen hast, ist hier der geeignete Unterpunkt, um das zu sagen.
Dazu benötigst Du keine haarkleinen Handlungsbeschreibungen, die möglicherweise wieder den Inhalt des Buches verraten könnten, sondern nur Andeutungen, aus denen andere herauslesen können, worum genau es Dir mit Deiner Einschätzung geht.
Zum Beispiel: Ein Vater hat bisher immer hart und streng über seine Familie ‚regiert‘, wird aber nun ohne ersichtlichen Grund zu einem jasagenden Allesversteher, der jede Regelverletzung seiner Kinder ignoriert oder gar gutheißt.

Zu 3.:
Die Erzählweise beinhaltet verschiedene Themen.
Zum Beispiel kannst Du hier sagen, aus welcher ‚Richtung‘ die Geschichte erzählt wird. (Icherzähler, personaler Erzähler, wechselnde Erzähler, auktorialer Erzähler usw.)
Ebenso gehört hier hinein, ob ein Text in der Gegenwart oder Vergangenheit geschrieben ist.
Neben diesen Dingen kannst Du hier auch sagen, ob die Geschichte chronologisch erzählt wird, oder ob mit (zahlreichen) Rückblenden gearbeitet wird.
Auch hier hinein gehören erzählerische Besonderheiten. Zum Beispiel, ob der Icherzähler sein ‚Publikum‘ anspricht.
Natürlich gehört zu allen genannten Aspekten auch die Fragestellung (und Deine Antwort), ob Dir das zusagt oder nicht.

Ein Beispiel: Graues Meer und blaue Sonnen ist ein Gegenwartstext aus Sicht eines einzelnen Icherzählers, beinhaltet aber nach eine sehr kurzen Kapitel in der Gegenwart eine lange Rückblende in der Vergangenheit. Zudem spricht Julius seine ‚Leser‘ direkt an.

Zu 4.:
Stil oder nicht Stil, das ist hier die Frage!
… und sie führt uns wieder zu den oben unter a) erwähnten Dingen wie Wortwahl, Wortwiederholungen, Satzbau, Ausdruck, Größe des genutzten Wortschatzes und die Verwendung von Sprachbildern.

Hier aber nun die angekündigten Erklärungen zu den einzelnen Begriffen.

Wortwahl:
Wenn zum Beispiel ein erotisch angedachter Text dazu neigt, sich wie eine medizinische Abhandlung anzuhören, weil anatomische Fachbegriffe genutzt werden, ist das zwar eine sehr gewählte Ausdrucksweise, aber leider wird kein Funke überspringen können.
Die Frage, die sich daraus ergibt, lautet:
Passt die Wortwahl zum Inhalt/zur Handlung?

Wortwiederholungen:
Im Grunde selbsterklärend.
In einem Satz dreimal das gleiche Wort? In einem Absatz zehnmal?
Die Frage, die Du Dir stellen solltest, lautet:
Ab wann wird es für mich störend/nervig?
Im Umkehrschluss:
Wechseln die Ausdrücke und finde ich das gut?

Anmerkung: Manchmal wirken die unterschiedlichen Synonyme, die der Autor für seine Geschichte verwendet hat, auch extrem krampfhaft, sehr bemüht. Stört es Dich?

Satzbau:
Sind alle Sätze immer wieder gleich aufgebaut, so kann auch das sehr ermüdend und störend sein.
Beispiel: Er hat eine Weile darüber nachgedacht. Er macht sich große Sorgen um seinen Freund. Er sagt ihm, wie er die Sache sieht. Er zeigt sich wenig beeindruckt von den Argumenten seines Freundes.
Auch hier die Frage:
Ab wann stört es Dich?
Sind die Sätze gut durchmischt, wechseln in Aufbau und Struktur, dann wird es Dir vermutlich beim Lesen nicht einmal auffallen, falls aber doch, kannst Du auch dies ganz wunderbar in Deiner Rezension vermerken.

Natürlich sind diese ‚Gleichläufe‘ im Satzbau nicht der einzige Unterpunkt, denn auch Schachtelsätze oder viele, extrem kurze Sätze können den Lesefluss stören oder beeinflussen.
Auch hier gilt es, Dir zu überlegen, ob und wie Du das erwähnen willst.

Anmerkung: Die Länge der Sätze kann Stimmungen beim Lesen beeinflussen. So wirst Du in vielen Büchern an besonders spannenden Stellen kurze, beinahe abgehackte Sätze finden. Dies erhöht die ‚Schlagzahl‘ beim Lesen und hinterlässt, je nach Thematik, einen atemlosen Leser.

Ausdruck:
Zum Ausdruck gehört unter anderem auch die bereits genauer ausgeführte Wortwahl, doch hier geht es nicht um die zu vermittelnde Stimmung, sondern um die simple Lesbarkeit eines Textes.
Beispiel:
Veras Oma fährt jeden Freitag zu einer ihrer Freundinnen, um in deren Haus Bridge zu spielen.

Vera ihre Oma fährt jeden Freitag nach eine von ihren Freundinnen hin, um in der ihrem Haus Bridge zu spielen.

Stellst Du Dir gerade die Frage, wie man den zweiten Satz überhaupt vernünftig lesen können soll? Zu Recht!

Der zweite Satz ist grammatikalisch und in seinem Aufbau eine absolute Katastrophe und verhindert das klare Lesen. Zudem wurde dort der Genitiv nicht richtig umgesetzt.

Musst Du manche Sätze im vorliegenden Text zweimal lesen, weil sie so wirr geschrieben sind?
Überleg Dir, ob das wirklich an Dir liegen kann, oder vielleicht ein stilistischer Mangel am Text ist.

Aber noch haben wir den Ausdruck nicht ‚abgefrühstückt‘.
Es gibt weitere mögliche Mängel. Zum Beispiel das Verwenden von Verben in der Verlaufsform:
Ich bin am trinken. Ich bin am arbeiten.
So sprechen wir gern mal, aber im Schriftdeutsch haben Verbindungen von ‚am‘ und einem Verb nichts zu suchen.
Vielleicht kennst Du den Spruch: Die Kuh am Schwanz am raus am ziehen. ;)

Ebenfalls eine Frage des Stils ist die korrekte Benutzung von sogenannten Sprechverben.
Die hauptsächlich genutzten sind: sagen, fragen, sprechen.
Es gibt weitere, die je nach Lektor und Lesergeschmack noch vorkommen können: meinen, widersprechen, befinden, verlauten lassen, flüstern, nuscheln, murmeln, raunen, zurückgeben, zu wissen verlangen, versetzen, wiederholen, erwidern.

Absolute NO-GOs sind: lachen, seufzen, kichern, grinsen, stöhnen.
Ausnahmen bei letzteren: Ein-Wort-Sätze.

Größe des genutzten Wortschatzes:
Abwechslungsreiche Sprache ist lebendig, echt und glaubhaft.
Hier gibt es keine klaren Regeln, aber vielleicht fällt Dir beim Lesen auf, dass der Text eintönig oder besonders lebendig wirkt. Beides verdient Deine Aufmerksamkeit und eine kurze Bemerkung.

Verwendung von Sprachbildern:
Passen die Bilder, die durch metaphorische Ausdrücke in Deinem Kopf geweckt werden?
Nach einem Sturz in Matsch und Herbstlaub, sah er wie aus?

Er sah aus, als hätte man ihn geteert und gefedert.

Er sah aus wie paniert.

Er sah aus wie ein frisch gesuhltes Schwein.

Erneut die Frage: Passen diese Bilder? Hast Du dazu überhaupt Bilder im Kopf?
Wenn ja, alles gut! Bei besonders schönen oder innovativen Sprachbildern ist das durchaus eine Erwähnung wert.

Zu 5.:
Die gute alte Logik
Man sollte wirklich meinen, an der kommt niemand vorbei, aber die nackte Wahrheit ist, dass einige Autoren gerade in diesem Punkt zu Nachlässigkeit neigen.
Da sind in wildem Geknutsche bereits entkleidete Personen plötzlich wieder halb angezogen und entblättern sich erneut, da rennen Protagonisten plötzlich über eine saftig-grüne Wiese, obwohl sie eben noch an einem Strand standen …
Es gibt viele Beispiele für unlogische Aspekte in Geschichten.
Das Ignorieren anatomischer Gegebenheiten ist einer davon, ebenso aber auch ganz allgemein die Schlüssigkeit eines Textes.
So ist in einer Fantasygeschichte erst einmal alles erlaubt, denn der Autor hat eine Parallelwelt oder eine gänzlich neue Welt entwickelt. Hier gelten dennoch die Regeln der Logik.
Wenn diese beachtet werden, ist selbst die verrückteste Fantasie ein gegebenes Kriterium und muss lediglich ihren eigenen, neu erfundenen Gesetzen folgen.
Wechselnde Haar- und Augenfarben, Berufe und Bezeichnungen gehören ebenfalls in das Ressort der Logik.
Ein Zimmer darf auch nicht von links nach rechts wechseln und aus kurzen Hosen werden nicht plötzlich lange.

Klingt doch ganz einfach, nicht wahr?
Dann ist es Dir sicherlich gut möglich, die vorhandene oder fehlende Logik innerhalb des vorliegenden Textes zu erwähnen.

Zu 6.:
In Stein gemeißelt, im Duden verewigt und festgelegt, sind die Regeln für Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung.
An ihnen kommt man ebenso wenig vorbei wie an der Logik.
Damit das gleich sonnenklar ist: Nur sehr wenige Menschen beherrschen alle Regeln perfekt, aber die meisten wissen, wo sie nachschauen können.
Viele Regeln haben sich mit Reformen geändert, doch manche stehen felsenfest.

Zu den felsenfesten Regeln gehört alles, was mit Grammatik zu tun hat.
Die korrekte Benutzung der vier Fälle:
Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ.
Besonders der zweite bereitet vielen Schwierigkeiten, aber das gehört eher in einen Autorenratgeber, denn ich das heutige Thema.

Wie eingangs bereits erwähnt, musst Du Dir selbst darüber klarwerden, ob und wie dieser Unterpunkt in Deine Rezension hineinspielen soll.

Für mich spielt es eine große Rolle, ob das Schreibhandwerk beherrscht wird, aber das ist schließlich nur meine Sicht der Dinge. Vermutlich eine kleine Berufskrankheit in meiner Eigenschaft als Lektor. ;)

Zu 7.:
Die Zusammenfassung!
Nun hast Du es beinahe geschafft, denn wenn man es genau nimmt, ist dieser Unterpunkt sehr schnell abgehandelt.
Ziehe Dein Resümee, teile anderen Dein ganz persönliches Fazit mit.
Hier kannst Du auf das Preis-Leistungs-Verhältnis eingehen, erklären, ob und wieso der vorliegende Text von anderen gelesen oder gemieden werden sollte, verraten, ob Du Dich auf eine Fortsetzung freust oder einfach nur mit dem Text abschließen.


Da wären wir nun angekommen, am Ende dieses wahnsinnig langen und hoffentlich einigermaßen informativen Beitrags.

Bevor Du nun aber losgehst und Dich auf Deine erste, fünfzigste oder letzte Rezension stürzt, möchtest Du vielleicht noch einmal an einem ganz konkreten Beispiel sehen, was man anhand der hier gegebenen Hinweise mit einem Text ‚veranstalten‘ kann.

Ich kann auf Wunsch in den kommenden Tagen (evtl. dauert es auch 2 Wochen) eine Rezension zu Gerry Stratmanns Race-Board vs. Skiing verfassen. Fall Du das möchtest, sag Bescheid.

Ansonsten wünsche ich Dir viel Spaß beim Lesen und gutes Gelingen für Deine zukünftigen Rezensionen.

Dein Nat

Hier noch der versporchene Link zu den Neobooks-FAQ. Punkt 113 ist der, den ich meinte: http://www.neobooks.com/faq

Kommentare:

  1. Hallo Nathan!
    Das ist eine wirklich interessante Abhandlung und natürlich möchte ich deine Rezi zu "Race-Board vs. Skiing" unbedingt lesen. :)
    Aber ehrlich gesagt interessiert mich gerade fast noch mehr Folgendes: Ab wann kann die Geschichte in den Shops kaufen? Ich warte darauf, seit ich "Winter" gelesen habe.

    LG und einen schönen Nachmittag
    ulla

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    1. Hallo Ulla,
      meine Rezension bezieht sich dann aber auf den Text aus Jahreszeiten - Winter, denn Race-Board vs. Skiing ist die Geschichte von Sören und Rick.
      White Mountain Trail, welches als Leseprobe im Winter steckt, wird sicherlich bald kommen, hat aber mit diesem Artikel nichts zu tun :)

      LG Nat

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  2. Eine Rezi ist immer für den Autor :-) Denn jedes Feedback zu seiner Story nützt ihm. Schwierig finde ich die Extreme - dass Rezensionen Dankbarkeit für Rezensionsexemplare ausdrücken oder man den Autor nicht mag und deswegen abwertet. Noch schwerer ist es, Rezipienten nicht darauf festzunageln. Wenn jemand eine andere Meinung hat, sucht man oft Ausflüchte und das endet dann in Unterstellungen. So gesehen bei Rezipienten untereinander und bei Autoren-Rezipienten.

    Obwohl das tolle an Rezis ist: Sie sind ein Statemant, das zum Austausch anregt. Und das sollte man im Kopf behalten. Als Rezipient hat man nich nur die Möglichkeit zu urteilen, sondern über Probleme mit dem Buch zu sprechen oder positive Erlebnisse zu teilen. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Buch-Besprechnung.

    Übrigens: Rechtschreibregeln sind nicht im Duden festgelegt, sondern der Duden ist nur ne Orientierung. Eig. kann jd. schreiben, wie er will. Aber es exisitiert ein relativ einheitliches Verständnis, welche Regeln richtig sind. Außerdem kann man damit unterscheiden, wie sorgfältig ein Autor mit seinem Text umgeht - ob er ihn genau genug durchgeguckt hat, ihm Fehler auszubessern. In jeglicher Hinsicht.

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  3. Auch wenn ich nicht ganz nachvollziehen kann, wie Sie von Rezensent auf Rezipient kommen (vergl. Duden: http://www.duden.de/rechtschreibung/Rezensent), aber ich vermute hier einfach mal den falschen Gebrauch eines Fachausdrucks.

    Natürlich darf jeder schreiben wie er will, dann möge er sich aber tunlichst aus dem schreibenden Handwerk heraushalten, denn Bücher vermitteln ebenso Geschichten wie Wissen um korrekte Sprache.
    Wer diese in Schrift nicht beherrscht, muss eben damit rechnen, Fehler aufgezählt zu bekommen.

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