Donnerstag, 21. April 2011

Sue Kepler exklusiv für Euch!

Hi Leute, ja ich bin es, Sue.




Nathan hat mich gebeten, Euch ein bisschen was zu erklären. Ich habe deshalb überlegt, was Euch interessieren könnte und was Ihr nicht aus den Büchern erfahrt.




Also werde ich Euch erzählen, was ich sehe, wenn ich eine fremde Seele betrete.


Dominiert wird sie, wie jede andere Seele auch, von mehreren riesigen, halbrunden Regalen, die sich vom Boden aus endlos in den Himmel erstrecken. Eine Seele ist kein Raum, sondern eine Welt. Eine Welt, in der Gefühle, Erinnerungen, Wünsche und Träume quasi "gelagert" werden. Nur hier können sie sich entfalten, vergrößern, zerstört werden oder dem Chaos anheim fallen.


Die Regale selbst sehen übrigens, genau wie die Umgebung, bei jedem Menschen anders aus. Hauptsächlich liegt das an den Wünschen und Ideologien der Personen.


Manche haben Glasböden und verchromte Gestelle, andere uraltes unbehandeltes Holz, wieder andere so 70ies-Style Hartplastik. :) Ist manchmal ziemlich überraschend, zu sehen, wie jemand tickt.
Diese Regale nennen wir übrigens "die Seelenbibliothek". Hier lagern hauptsächlich die Gefühle. Jede Sorte hat dabei eine eigene Farbe, die nicht dem Farbcode entspricht, den man aus den Weisheiten der Älteren ableiten kann. Ihr wisst schon, Grün für Hoffnung, Gelb für Neid, Schwarz für Trauer und Leid, nein, ganz so ist es nicht.
Aber den Farbcode erkläre ich Euch ein anderes Mal.
Heute ist nur das äußere Erscheinungsbild dran, damit Ihr Euch ein klareres Bild von dem machen könnt, was ich sehe, wenn ich jeden beliebigen Menschen der Welt ansehe.


Der Boden der Seelenwelt kann sehr vielfältig sein. Manche haben saftige Wiesen, durchzogen von Flüssen und Bächen, in weiter Ferne ein Gebirge, vielleicht auch einen Strand und einen weiten, offenen Ozean, aber grundsätzlich gilt, dass die Seele eines gesunden, emotional ausgeglichenen Menschen unendlich groß ist.
Das muss sie auch sein, denn hier werden schließlich sämtliche Gedanken und Erinnerungen abgelegt.


Bei der Seelenwacht konzentriere ich mich allerdings ausschließlich auf den Gesamteindruck und die Seelenbibliothek.
Wenn hier etwas nicht in Ordnung ist, sieht man das sofort.
Die Gefühle sehen aus wie Bücher, Heftchen, bei manchen wie lose Zettel, aber das ist eher selten.
Diese "Gefühlsbücher" haben die dem Code entsprechenden Farben im Einband und sie sind größer und dicker, wenn ein Mensch viel erlebt hat, das mit eben diesem Gefühl zusammenhängt.
Ein Baby hat zum Beispiel noch nicht alle Farben und alle vorhandenen Gefühle sind noch dünne Heftchen.
Manche haben sogar mehrbändige Bücher zu einem Gefühl in derselben Ausprägung, denn, das sollte ich wohl auch noch dazu sagen: Jedes Gefühl gibt es in unterschiedlichen Stärken. Zum Beispiel Liebe. Oh Mann, da gibts wirklich ne Menge Nuancen und jede hat ein eigenes Buch.
Und wenn etwas nicht stimmt, liegen diese Bücher kreuz und quer in den regalen, zerfleddert am Boden und bilden manchmal sogar regelrechte Haufen auf dem Boden.


Die erste Seele, die ich jemals betreten habe, war die meines Zwillingsbruders.
Colin hat eine schöne Seele und sie hat, wie ich mittlerweile weiß, eine Eigenschaft, die nur wir haben, also er und ich.
Unsere Seelen sind - so seltsam das klingen mag - unterkellert.
Hier lagern wir Seelenwächter die Gefühle, die wir anderen abnehmen, um sie zu entlasten.
Dieser keller ist groß, aber nicht unendlich. Irgendwann also kommen wir an eine Grenze und wenn wir den fremden Schmerz (denn nur negative Gefühle nehmen wir von anderen) nicht verdauen, also umwandeln in Positives, schwappt das ganze böse Zeugs irgendwann in unsere eigenen Seelen hinein. Stellt es Euch vor wie ein Hochwasser.
Es gibt Dämme und Deiche, aber die halten nicht ewig.
Wir sind also dazu angehalten, fremdes Gefühl zu verarbeiten, um nicht irgendwann darin zu ertrinken.


Ach so, ansonsten sind unsere Seelen übrigens genauso feinfühlig, empfindlich und verletzbar, wie die jedes Anderen.


Aber das solls erst mal gewesen sein, an Info.
Wenn Ihr Fragen habt: Nutzt die Kommentarfunktion.
Ich hab Nathan versprochen, öfter mal reinzuschauen.




Liebe Grüße


Sue