Posts mit dem Label Urban Fantasy werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Urban Fantasy werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 13. September 2017

[Roman] Traumloser Alpträumer


Neue Gemeinschaftsarbeit von Gerry Stratmann und mir!

Klappentext:

Tamino Pförtner von der Hölle hat noch nie in seinem Leben geträumt. Dennoch verbringt der Traumjäger viel Zeit in fremden Traumszenarien, in denen er als Diener des Teufels seiner genetisch bedingten Aufgabe nachkommt.
Für diese ist er, nach dem gewaltsamen Tod seines Vaters, gezwungen, seinen Traumberuf als niedergelassener Arzt aufzugeben.
Durch den Ratschlag eines guten Freundes nimmt er einen lang gehegten Wunsch in Angriff – Tamino will einen Motorradführerschein machen.
Sein smarter, aber krank aussehender Fahrlehrer beschäftigt ihn viel mehr, als ihm recht ist.
Denn dass Denno das momentane Ziel seiner Traumjagd darstellt, erfährt Tamino erst, als er ihn beinahe tötet.
~*~
Der Fahrlehrer Denno Roth wird Zeit seines Lebens von einem wiederkehrenden Alptraum geplagt, der seit wenigen Wochen nicht nur Beklemmung, sondern Todesangst auslöst.
ETWAS sucht ihn in seinen Träumen heim, so dass er mittlerweile nicht mehr schlafen will.
Weil der neunmalkluge und viel zu neugierige Doktor Pförtner von der Hölle sich als Fahrschüler anmeldet, findet Denno sich in einer nicht enden wollenden Aneinanderreihung von Streits und Missverständnissen wieder.
Leider ändert das nichts an der Tatsache, dass er den geheimnisvollen, arroganten Mann mit den schwarzen Augen nicht mehr aus dem Kopf bekommt.
Als Denno in seinem Alptraum nur knapp dem Tod entkommt, folgt ihm ETWAS in die reale Welt, das ihn endgültig an seinem Verstand zweifeln lässt.

Wie immer kann man dieses Werk bei Amazon kaufen: Traumloser Alpträumer

Samstag, 7. Dezember 2013

[Roman] Duft der Unschuld

Hallo zusammen,

mit Strategie in Scherben war es noch nicht getan, es gibt noch mehr Neues von mir auf dem Ebookmarkt.
Ich hoffe, vor Weihnachten noch alles als Taschenbücher an den Start zu bekommen :)

Hier aber soll es nun um Etienne Delaport gehen.

Das ist dieser nette junge Mann hier:




Der Klappentext:

Etienne Delaport ist auf der Flucht vor seiner Familie, seinem Leben, seinem Schicksal. 
Er trifft auf einen Buchhändler mit idealistischen Zügen und sehr großem Herzen.
Eine neue Schule und neue Freunde lassen Etienne finden, woran er nicht zu glauben gewagt hat: Die Liebe auf den ersten Duft.


Und was genau das alles bedeutet, wenn man so eine feine Nase hat wie Etienne, wie es ist, wenn man sich quasi im Vorbeiriechen verlieben kann, das könnt Ihr hier nachlesen:



Auf dem Cover sieht man auch, wer bei Etienne diese Verliebtheit ausgelöst hat. :)


Erhältlich derzeit auf Amazon und beam-ebooks.



LG Nat

Dienstag, 30. Oktober 2012

Wunschgewitter

Wunschgewitter

Anja Sattler ist 21 und findet ihr Leben ziemlich gut, wie es ist. Kurz nach ihrem Geburtstag schickt ihre 'Omama' Amalie ihr ein geheimnisvolles Rezeptbuch. 
Die Mousse au Chocolat, die Anja zuerst zubereiten soll, benimmt sich total ungehörig und schmeckt zudem noch fantastisch.
Wie sollte es anders sein? Nach diesem himmlischen Genuss passieren seltsame Dinge, die Omama ihr aber erst in einer Woche erklären will.
Als sie es schließlich tut, sind bereits zwei Männer in Anjas Leben getreten, die unterschiedlicher nicht sein könnten - oder ist das alles nur Theater?
Wieso erfüllen sich plötzlich alle möglichen Wünsche in ihrer Gegenwart auf teilweise wörtliche Art und Weise?

Um das herauszufinden, solltet Ihr mal reinlesen ;)

Zu finden ist das Wunschgewitter überall, wo es Ebooks gibt, und als Taschenbuch bei Amazon: Wunschgewitter Taschenbuch


Der Schild


Der Schild


Jasmin Claussen ist 17 Jahre alt und will eigentlich nichts anderes tun als laufen. Darin ist sie gut und deshalb nutzt sie die einmalige Chance, von ihrem humanistischen Gymnasium in Weidenhaus, ihrer Heimatstadt, auf das Sportkolleg in der Nachbarstadt zu wechseln.
Natürlich heimlich, wo bliebe sonst der Spaß?

Und wieso überhaupt heimlich? Gute Frage.
Jasmin, die sich selbst nur Jazz nennt, ist das einzige Kind von Degenhard Claussen, einem der erfolgreichsten und einflussreichsten Männer Deutschlands. Auch er wurde in Weidenhaus geboren und lebt nun, nach etlichen beruflich motivierten Ortswechseln, wieder in der 100.000-Einwohner-Stadt in der Nähe von Frankfurt am Main. Und zwar mit seiner französischen Frau Noêmi, Jazz und dem Butler der Familie: Frederik.

Jazz und Frederik verbindet eine lange Freundschaft, die ihn mehr zu einem Ersatz-Opa, denn zu einem Angestellten macht, und er ist auch ihr Verbündeter, wenn es um den heimlichen Schulwechsel geht.

Da Jazz die Affektiertheit ihrer früheren Mitschüler nicht leiden konnte, bemüht sie sich an der neuen Schule um ein absolutes Understatement, was ihre Herkunft und vor allem die Reichtum ihrer Eltern angeht. Sie fährt mit Bus und Bahn zur Schule, trägt normale Klamotten und ihre Schultasche ist ein alter, bekritzelter Rucksack. Kurzum: Jazz steht auf ihr nichtssagendes Image und lebt es aus vollem Herzen aus.

Sie ist noch keine Woche an der Schule, als sie bei einem Trainingsunfall einen Baseball an den Kopf bekommt und - zum Erstaunen aller - nicht ohnmächtig zusammenbricht.

Stattdessen führt sie sich an der neuen Schule so richtig "gut" ein, indem sie einen ihr vollkommen unbekannten Mitschüler aus dem Baseballteam zu beschützen beginnt und im Zuge dessen ein anderes Mitglied des Teams schlägt.

Platzverweis und Trainingssperre sind nur der Beginn einer wirklich abstrusen Geschichte, in die Jazz mehr und mehr verwickelt wird.

Was will David wirklich von ihr? Und wieso trifft sie immer öfter auf extrem stylische oder extrem zerlumpte Gestalten?

Und was zum Teufel hat Frederik damit zu tun?

Das und noch ein bisschen mehr erfährt man beim Lesen von "Der Schild".

Kindle-Version Der Schild

Taschenbuch - Der Schild

Viel Spaß damit!

Dämonenbiss - Biss gehabt


Dämonenbiss


Seine Adoptiveltern kamen auf die glorreiche Idee, ihn so zu nennen, und nun fristet der coolste Barkeeper im angesagtesten Club der Stadt sein Leben mit dem Namen Detlef.

Dass die Welt, in der er seit 20 Jahren lebt, nicht seine Heimat ist, erfährt er erst, als ihm auf dem Nachhauseweg ein Ritter in schimmernder Rüstung erscheint und ihn ... nun ja, zur Hölle schickt ...

Weiteres zu Detlef, dem Biss der Dämonen und vor allem zu der neuen Bekanntschaft "Tia" findet man auf allen Ebook-Plattformen unter dem Titel Dämonenbiss.

In der Anthologie Biss gehabt, in der sich Detlef mit einer verfluchten Vampirjägerin und einem schreibblockierten Autor die 'Seiten' des Ebook-Readers teilt, stellen zwei wunderbare Kolleginnen von mir ihre Interpretationen zum Thema "Magisches Essen" vor.

Maria M. Lacroix und Tonja Züllig.

Mit beiden habe ich mich im letzten Dezember in Zürich getroffen, wo wir eine gemeinsame Lesung abhielten und das Publikum überzeugen konnten. :)




Zu finden sind alle drei in einem Band unter anderem hier:
E-Book Biss gehabt
Taschenbuch Biss gehabt

Anthologie und Einzeltext entstanden durch eine Ausschreibung für einen Fantasykurzroman auf der Plattform www.neobooks.com.
Hier finden Nachwuchsautoren und alte Hasen übrigens immer wieder ansprechende kleine Wettbewerbe.
Alle vier Ebooks wurden durch Droemer Knaur, beziehungsweise deren Onlineableger neobooks verlegt. 

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Mehr von Colin und ...?


Hallo zusammen,
heute mal was … äh … Neues?

Mal sehen, jedenfalls für mich ist es neu, denn diese Entscheidung ist erst in den letzten Tagen gereift.
Um das zu erklären, muss ich etwas ausholen, aber das kennt Ihr ja von mir …

Okay, also, als ich Anfang 2011 das erste Mal „Seelenwächter – Die Zwillinge“ bei Neobooks.com hochgeladen habe, bemängelten einige der Testleser, dass es nicht wirklich um die Zwillinge Kepler ging, sondern irgendwie nur um Sue.
Nun hat es sich ergeben, dass ich damit angefangen habe, die (spätere) Geschichte, also ab Band 2 (Seelenwächter – Der Bruderkrieg) nicht nur aus der Sicht von Sue zu schreiben, sondern auch, und zwar in eigenen Büchern, aus der von Colin.
Und da sitze ich nun und verkünde, dass ich bereits mitten in der Arbeit an „Seelenwächter – Die Freundschaft“  stecke. :)
Dieser Band läuft tatsächlich parallel zum Bruderkrieg. Und er erzählt Colins Sicht. Wenn es sogenannte Cross overs gibt, ist zumeist die Perspektive geändert, so dass man, egal welchen Band man am Ende liest, immer eine ganz eigene Story vor sich hat.
Ich habe eine Weile darüber nachgedacht, ob das Sinn macht, weil Vieles ja doch doppelt auftauchen  wird. Doch dann stellte ich, mitten beim Schreiben, fest, dass bei allen Parallelen der Fokus doch auf gänzlich anderen Dingen liegt.
So entsteht hier an meinem PC gerade ‚die zweite Dimension‘ der Seelenwächter.

Und ehrlich, ich freue mich, sehr darüber!
Ob Ihr das auch so sehen können werdet, sehe ich dann, wenn „Die Freundschaft“ erscheint. :)

Und hier eine Leseprobe für die ganz Neugierigen:

„Oh, hi Vito, was ist los?“, fragt Colin erstaunt in sein Handy, während er durch das riesige Balkonfenster auf Teras‘ Dachterrasse hinaussieht. Seine Schwester sonnt sich auf einer Liege und textet mit Toni. Immer wieder hört er eine leicht blecherne Version von ‚Das Boot‘.

„Nichts!“ 

Colin stutzt. „Moment mal, du rufst an, weil nichts ist? Muss ich das verstehen?“
„Na ja, ich dachte mir, ich kann dich nicht immer mit Hiobsbotschaften anrufen und das Gespräch neulich an Tonis Geburtstag gefiel mir.“
„Mir auch. Dann erzähl mal, was machst du heute noch?“
„Hm, trainieren, vermutlich. Mein Boss hat mich herausgefordert.“ Vito lacht auf eine Art, die Colin schon fast als übermütig bezeichnen will.
„Klingt spannend. Wirst du ihn in der Disziplin Haareraufen für Anfänger besiegen oder steht Nasebohren für Profis auf dem Plan?“
„Spinner! Nein, meine Waffe ist endlich angekommen. Scheiß Zoll, sag ich dir. Wenn du nicht grad Antiquitätenhändler mit Sondergenehmigungen bist, dauert’s ewig, bis du dein Baby wieder bei dir hast …“
„Du bezeichnest eine Waffe als dein Baby?!“
„Na ja, eigentlich hat sie einen anderen Namen.“
„Wer denn ‚sie‘? Ne Knarre?“
Vito lacht erneut. „Also bitte, wie unelegant ist das denn? Ich habe ein Schwert.“
„Ein Schwert …“, murmelt Colin tonlos.
„Ja, einen Meter lang, fünf Zentimeter breit, mit gewickeltem Griff und perfekt ausbalanciert.“
„Du verarschst mich doch!“
„Wieso sollte ich? Ich meine das ernst, Colin. Seit heute ist mein wichtigster Besitz wieder bei mir: Meine Klinge heißt Adamantia.“
„Also noch mal zum Mitschreiben: Du hast ein Schwert, ein echtes, so was wie die Ritter früher mit sich herumschleppten und das Ding hat den klangvollen Namen Adamantia?“
„Exakt!“
„Und das versetzt dich in einen solchen Freudentaumel?“
„Klar!“
„Und mit dem Ding wirst du nachher gegen deinen Boss antreten? Ist das nicht etwas … äh … antiquiert?“
Colin hört Vitos Schnauben. „Nein ist es nicht. Es ist elegant und …“
„… martialisch, stimmt genau!“
„Ich wollte eigentlich was anderes sagen …“
„Ja, ich weiß, aber das kann doch unmöglich dein Ernst sein!“
„Wieso? Schwertkampf hat was von Tanzen. Jede Bewegung muss passen, sonst wird’s schmerzhaft!“
„Wohl wahr. Aber ich muss das erst mal verdauen. Ist nicht grad leicht, sich das vorzustellen, verstehst du? Diese Euphorie, die du ausstrahlst und das wegen einer Waffe, das hat was Paradoxes an sich.“
„Hm, freust du dich denn nicht darüber, wenn du etwas wieder bei dir hast, das dir schon ein paarmal das Leben gerettet hat?“
Colin sieht wieder zu Teras. „Doch, ich glaube, ich verstehe, was du meinst … allerdings ist meine ‚Sache‘ keine Sache, sondern eine Person. Meine Schwester.“
„Teras hat dein Leben gerettet?“
„Ja sicher, sie hat dieses Jahr zweimal überlebt. Was auch mich zweimal hat überleben lassen. Und das versetzt mich in einen Freudentaumel … Nein warte, das klang jetzt sehr egoistisch … Ich will damit sagen, dass sie schlichtweg das Wichtigste ist, was es auf diesem Planeten für mich gibt und wenn sie ginge, würde ich ihr folgen.“
„Ich verstehe schon. Egoismus passt auch gar nicht zu dir … Also, wenn man von deinen Weibergeschichten absieht …“
„Ja ja, lach du nur. Was ist denn daran egoistisch? Die Frauen kommen immer auf ihre Kosten! Und ich bin ziemlich zufrieden mit meinem ausgesprochen ausgeglichenen Hormonspiegel.“
„Siehst du und ich powere mich lieber mit Training aus.“
„Du musst nen unglaublichen Body haben …“
Vito kichert. „Ja, Tonis Dusche ist total beeindruckt!“
„Okay, jetzt bist du der Spinner!“
„Klar! Und was liegt bei dir noch an heute?“
„Hm, gute Frage, Teras sonnt sich auf der Dachterrasse und ich werde wohl ziemlich bald nach Hause fahren.“
„Ja, verständlich, du wirst ja auch kaum noch Urlaub übrig haben, oder?“
„Also, momentan bin ich bei der zweiten Woche unbezahltem Urlaub, stimmt. Davon könnte ich zwar noch ein bisschen nehmen, aber irgendwann streikt meine Bank.“
„Was arbeitest du eigentlich?“
Colin lächelt. „Ich bin biologisch technischer Assistent und entwickle neue Anionentauschersäulen mit meinen zwei Kolleginnen und meinem Laborleiter.“
„Anionenwas?“
„Ich entwickle DNA-Extraktionsmethoden. Du weißt schon … DNA? Das Zeug, das man in jeder lebenden Zelle findet?“
Vito lacht auf. „Hey, nur weil ich Offizier der U.S. Navy war, heißt das nicht, dass ich blöd bin!“
„Schon gut, sorry. Sollte nicht andeuten, dass du blöd wärest. Ich bin nur so dran gewöhnt, es immer und immer wieder zu erklären …“
„Dann würde ich sagen, hast du den falschen Job.“
„Was meinst du damit?“
„Na ja, wenn du dauernd alles erklärst, solltest du vielleicht eher Lehrer sein?“
„Oh Gott! Ich soll Kindern was beibringen? Das gäbe echt ein Unglück! Ich kann mich ja selbst oft nicht ernst nehmen, wie sollten die es dann können?“
„Wird an deinem Geblödel liegen.“
„Nein, das mache ich irgendwie nur bei dir. Du bist immer viel zu ernst.“ Colins Ton wandelt sich.
Na gut, wenn er mich ernst erleben will, bitte!, denkt er und grinst.
„Hm, das kann sein. Ich nehme das Leben nun mal ernst.“
„Ja, deshalb lieferst du dir Juxkämpfchen mit deinem Boss - mit Schwertern!“, schnaubt Colin.
„Colin, wir trainieren, aber nicht aus Spaß, verstehst du das? Diese Klinge ist meine private Lebensversicherung.“
„Das …! Du meinst das ernst! Du kämpfst wirklich mit dem Ding? Um dein Leben?“
„Ja.“
„Das … ist krass. Wieso? Ich meine, es gäbe durchaus wirkungsvollere Methoden, sich seiner Gegner zu erwehren.“
„Nicht, wenn man dem Ehrenkodex unterliegt.“
„Okay, ich glaube, ich frage jetzt lieber nicht genauer nach. Ehrlich gesagt wundert mich sowieso schon die ganze Zeit, dass du überhaupt drüber redest. Bisher warst du doch eher der zugeknöpfte Typ.“
„Keine Ahnung, irgendwie dachte ich, mit dir könnte ich mal drüber reden. Du flippst nicht gleich so aus wie dein Schwesterherz …“


Donnerstag, 2. August 2012

Leseprobe ahoi!

Hallo zusammen,


heute gibt's ne neue Leseprobe, diesmal aus "Der Schild", damit die gute Jazz nicht vollkommen untergeht. :)


Jasmin sah sich kurz um. Sie würde täglich vier Stunden lang dämlich auf dieser kalten, ungemütlichen und – das ahnte sie jetzt schon – nach ganzen zwanzig Minuten vollkommen verhassten Bank herumsitzen. Greven hatte ihr mit säuerlicher Miene den Platz zugewiesen und nun hockte sie hier und stierte Löcher in die Morgenluft.
Sie riskierte es besser nicht, zu interessiert an ihrer Umwelt zu wirken. Schließlich war das Baseballteam ebenfalls auf dem Platz und sie hatte beim besten Willen keine Lust, sich noch einen Monat zusätzliches Trainingsverbot einzuhandeln.
Sie schaffte es, volle drei Stunden lang lethargisch auf der Bank zu sitzen, sich nichts anmerken zu lassen, obwohl ihre Füße vor Anspannung und Tatendrang kribbelten.
Doch nach besagten drei Stunden aufs feuchte Gras starren sah sie unerwartet plötzlich zwei Turnschuhe vor sich. Sie blinzelte ein paarmal, schluckte und ließ den Blick langsam aufwärts wandern, während der Besitzer der Schuhe sie ansprach.
„Hey, du bist die neue Superläuferin, oder? Wie heißt du?“
Jasmin verzog grimmig den Mund, blickte schließlich mit überstrecktem Hals in das Gesicht des Sprechers.
„Siehst du mich laufen?“, brummte sie.
„Ich bin David, Dave … Ich hab mitbekommen, dass du gestern Trainingsverbot kassiert hast“, fuhr er unbeirrbar fort und zog sich nun wirklich ihren Ärger zu.
„Soll ich schnell zur Kantine gehen und dir ein paar Salzstreuer holen? Vielleicht willst du ja noch mehr davon in meine Wunden streuen?“, fauchte sie und wandte sich genervt ab.
„Sorry, mir war nach deinem gestrigen Auftritt Gregor gegenüber nicht ganz klar, was für eine Mimose du bist. Krieg dich wieder ein!“, meckerte er zurück und wandte sich trotzdem nicht zum Gehen.
„Ich bin Minirambo, schon vergessen? Vielleicht solltest du lieber wieder rübergehen bevor Jonas oder Greven dich anzählen? Ich glaube nämlich nicht, dass ich Bock drauf habe, mir diese schnuckelige kleine Bank den nächsten Monat mit dir zu teilen!“
Das war deutlich. Dachte sie.
„Mensch, nun sei doch nicht so zickig! Ich war eigentlich hierhergekommen, um dich zu fragen, ob du nach der Schule schon was vorhast. Ich wollte dich auf ein Eis einladen.“
„Rennen hier eigentlich nur Bekloppte rum? Gestern der Pitcher, heute du.“
„Oh, danke, mit Gregor werde ich wirklich gern auf eine Stufe gestellt“, sagte er und verzog das Gesicht. „Nun komm schon, wie heißt du?“
 „Mein Name ist Jazz. Für Doofe: wie die Musik. Kannst du jetzt vielleicht mal abschieben und mich in Ruhe lassen?“
„Sobald du mir gesagt hast, wann ich dich wo abholen kann.“
Mann, der ist ja echt nicht von diesem Stern, dachte sie und stöhnte auf.
„Ich habe schon was vor. Was im Übrigen auch für die nächsten zwanzig Jahre gilt. So Pi mal Daumen.“
Er grinste. „Und was hast du vor?“
„Laufen! Hier komme ich leider nicht mehr dazu. Weil an dieser Schule geistig offensichtlich Minderbemittelte ungestraft mit Fastballs um sich pfeffern dürfen.“
„Du kannst ihn echt nicht leiden, was? Und ich dachte schon, du hättest ihm eine reingehauen, weil er mich abgeworfen hat.“
„Klar, bild dir mal keine Schwachheiten ein.“
„Tu ich nicht. Ich fand’s ziemlich nett von dir.“
„Sag mal, willst du es nicht schnallen? Ich hab keinen Bock. Nicht auf diesen Spinner, nicht auf dich. Kann ich jetzt weiter Grashalme zählen, oder musst du mich noch länger nerven?“
Offensichtlich fand er ihre Kratzbürstigkeit nicht halb so schlimm, wie sie gehofft und einkalkuliert hatte.
„Also, was ist? Kann ich nachher mit dir laufen und wir essen danach ein Eis?“, fragte er. Sein breites Grinsen grenzte schon an absolute Ignoranz, fand Jasmin.
Deshalb starrte sie ihn mit offenem Mund an und fragte sich, was sie verbrochen hatte, um so bestraft zu werden.
„Du kannst so viel und so weit laufen, wie du willst. Am besten jetzt gleich und in Richtung Outfield. Vielleicht bewahrt mich das vor deinem Gelaber? Oder muss ich dir erst kräftig vors Schienbein treten, damit ich wieder nen Platzverweis und einen weiteren Monat Trainingssperre kriege? Vielleicht flieg ich auch lieber gleich aus dem Team oder von der Schule! Ich hab ja nicht lange genug dafür gekämpft, mitten im Schuljahr hier aufgenommen zu werden, das kann ich mir von ein paar Testosteronschleudern doch ganz leicht wieder kaputtmachen lassen, oder?“ Schnell setzte Jasmin sich auf ihre Hände. Dieser Wutanfall war echt krass, sie hatte Angst, ihm auch noch eine zu kleben. Dabei war sie doch eigentlich gar kein gewalttätiger Mensch!
„Okay, okay, du hast gewonnen. Dann eben kein Eis …“
„Und auch kein Laufen!“, unterbrach sie ihn rüde. „Du würdest eh nach der ersten Runde durch den Stadtwald schlappmachen.“ Sie stockte. Nun hatte sie sich in ihrer Wut verplappert.
Erstaunlicherweise ließ er sich nicht anmerken, dass er ihren Ausrutscher mitbekommen hatte. Er lächelte kurz und sah über das Feld zu seinem Team. Entrüstet teilte er ihr dann mit, was er von ihrer Einschätzung seiner Ausdauer hielt: „Hey, von wegen! Ich laufe jedes Wochenende mit Freunden!“
„Das freut mich! Sogar unglaublich doll. Es bedeutet nämlich, dass du mit denen laufen kannst und ich endlich meine Ruhe habe.“
„Weißt du was? Vergiss es einfach!“ Er schien endlich aufgegeben zu haben, doch Jasmin erlaubte sich noch kein erleichtertes Aufatmen.
„Würd ich ja, wenn du mich endlich in Ruhe lassen könntest!“, gab sie zurück und wandte sich demonstrativ von ihm ab.
Er hatte sich schon umgewandt, bereit, ihrem mehr als nur ausdrücklichen Wunsch zu entsprechen, als er noch einmal kehrt machte.
„Hey, bevor ich’s vergesse: danke für deine Hilfe gestern. Auch wenn mir bisher nicht klar war, dass ich aussehe, als könnte ich mich nicht selbst wehren.“
Sie sah überrascht auf, ihre Augen trafen seine. Grün-grau. Irgendwie beruhigte dieser Blick sie. Ihre Wut verging so schnell, wie sie gekommen war. Sie öffnete den Mund zu einer Antwort und schluckte, bevor sie sprach.
„Die anderen haben dich festgehalten.“
„Und das ist die Erklärung dafür, dass du einen Typen angreifst, der fast zwei Köpfe größer ist als du?“, fragte er und setzte sich neben sie. Sie rückte von ihm fort, soweit es ging, ohne von der Bank zu fallen.
„Na ja, damit hat er wenigstens nicht gerechnet. Ich wollte ihn eigentlich nur fragen, ob er noch alle Tassen im Schrank hat, aber der hat mich allen Ernstes gefragt, ob ich ein Date will! Und weil ich seit einer Woche in der Kantine ertragen muss, wie er herumstolziert, dieser eitle Gockel, fand ich die Situation ziemlich passend. Der denkt doch wirklich, dass alle auf ihn abfahren!“, brachte sie verächtlich hervor und mied seinen Blick. Deshalb war die erste Reaktion, die sie von ihm bemerkte, sein leises Kichern.
„Ja genau! Lach mich aus!“, forderte sie ihn mit düsterem Ton auf und verschränkte beleidigt die Arme vor der Brust.
„Ich lache dich nicht aus, ich staune nur. Gibt hier nicht viele Mädchen, die so ein klares Bild von Gregor haben.“
Es kam, wie es kommen musste: Ein schriller Pfiff erklang so laut hinter Jasmin, dass sie erschrocken aufsprang.
Greven stand hinter ihr. Sie suchte schon nach Worten für eine plausible Erklärung, dann erkannte sie, dass ihr Trainer sie gar nicht beachtete. Sein verärgerter Blick war einzig und allein auf den neben ihr stehenden David gerichtet. Nun sah sie auch, dass er genauso groß war wie Gregor.
„Kannst du mir mal verraten, wieso du eines meiner Teammitglieder vom Absitzen seiner Strafe abhältst?“, fauchte Greven und David tauschte einen kurzen Blick mit Jasmin.
„Entschuldigen Sie, Herr Greven, Jasmin kann nichts dafür, ich habe mich lediglich davon überzeugen wollen, dass es ihr gut geht. Es ist ziemlich kalt heute, wenn man nur herumsitzt.“ Wie zur Bestätigung ergriff er eine von Jasmins eiskalten Händen und hob sie – mit einem kleinen, Jasmin unerklärlichen Zögern – vor Grevens Gesicht. „Da, fühlen Sie mal. Ihre Superläuferin wird in einer Woche mit ner fetten Grippe im Bett liegen, wenn Sie nicht aufpassen.“
Jasmin spielte das Spiel mit und staunte, als Greven voll drauf hereinfiel.
„Danke, David. Daran habe ich in meinem Ärger nicht gedacht. Trotzdem solltest du zu deinem Team zurückgehen.“
Wortlos nickte David und joggte zu seinem Team.
Greven musterte Jasmin ernst. „Das tut mir leid. Ich wollte, dass du drüber nachdenkst, was du falsch gemacht hast, aber erfrieren sollst du natürlich nicht. Hol deine Jacke. Und wann immer dir kalt wird, darfst du ein wenig auf und ab wandern, aber du entfernst dich nicht von deiner Freundin, der Bank.“

So, das also erst mal dazu. :)
Da der Text schon ne Weile im Verkauf ist, wird da nichts mehr geändert, aber über Meinungen freue ich mich trotzdem, egal ob positiv oder negativ!


LG Nat