Samstag, 22. März 2014

[Gedicht] Hunger

Ein Hunger, den ich nicht zulassen kann.
Unbändig hat er mich im Griff.

Will ihn nicht,
Will gar nichts.

Leben ist so einfach,
wenn es auf bloßes Existieren beschränkt wird.

Nie wieder Luft holen, um 'Ich liebe Dich' zu sagen.
Erleichterung!
Es gibt Dinge,
die ich nie wieder sagen will.
Oder kann?

Egal, hat den gleichen Effekt.

Selbst wenn ich hinaus sehe,
in das Draußen,
das mir so wahnsinnig viel Angst macht,
kann ich nicht klar denken.

Da ist jemand.
Zu dem ich nicht gehen kann.
Ich will es nicht.
Zu viel Verantwortung.
Nicht noch einmal.

Hunger.
Unbändiger, alles überlagernder Hunger.

Eine Sehnsucht nach der Vergangenheit
hält mich fest in ihrem zitterenden Griff.

Da bist Du.
Mein Leben.
Mein Ein.
Mein Alles.

Kann man dort leben?
Im 'Vorbei'?
Ich habe es nie versucht,
zu wichtig war die taube, stumme, blinde Gegenwart.

Keine Ahnung, warum.
Sie war immer da und doch nicht.

Hunger, so wahnsinniger Hunger.

Ich will weinen und schreien,
mich selbst bemitleiden, trauern.
Endlich trauern um Dich.

Brüllend verlangt er sein angebliches Recht.
Fütterung eines Raubtieres.
Will ich das?
Womit soll ich es füttern?
Mit meinen Hilfeschreien?
Meinen Ängsten?
Meiner zwanghaften Weigerung, Sehnsucht zuzulassen?

Hunger, der mich von innen zerfrisst.

Da war doch jemand?
irgendwo im Draußen.
Ich hab ihn gehört, ganz deutlich!

Will ich auch darauf hören, was er sagt?
Wozu?
Ist immer das Gleiche.

Das Leben geht weiter.
Du wirst Dich neu verlieben.
Du muss das alles nur zulassen.

Drauf geschissen!

Ich will nicht!

Bockig und stur, wie ich bin.

Was hat es mir denn noch zu bieten,
dieses sogenannte Leben?




Wer alles hat, kann alles verlieren.
Ich hatte alles.

Ich werde nie wieder alles verlieren.


(c) 15.11.2013